Verden an der Aller (D) - NDS - V - Dom St. Maria und Cäcilia
Es ist das Geläut des luth. Domes der Kreis- und Reiterstadt Verden an der Aller in Niedersachsen zu hören.
Mutter Mariaglocke
Ton: h°
Durchmesser: 1,73m
Höhe: 1,56m
Gewicht: ca. 3000 kg
Gießer und Gussjahr: Hinrich Bargmann, 1510
Inschrift: HEILIGE MARIA, O GÖTTLICHE MUTTER CHRISTI, DENN DEINEN NAMEN JA TRAG ICH, LAß MICH IN FRIEDSAMEN TÖNEN MEIN GELÄUT ERHEBEN! ZU GOTTES HEILIGTUM MÖGE EWIGWÄHRENDEN DANK AUSSCHÜTTEN, SCHNELLER EILEN DIE GESAMTE GEMEINE ZUHAUF. IM JAHRE EINTAUSENDFÜNFHUNDERT UND ZEHN GOSS MICH EINE GESCHICKTE HAND AUS SCHIMMERNDEM ERZ
Weitere Informationen: Stundenglocke
Cäciliaglocke
Ton: cis'
Durchmesser: 1,56 m
Höhe: 1,46
Gewicht: ca. 2350 kg
Gießer und Gussjahr: Hinrich Bergmann, 1510
Inschrift: HEILIGE CÄCILIA! O HEHRE JUNGFRAU CÄCILIA, SEI, ICH BITTE, DEINER TOCHTER GNÄDIG: DIE DU DURCH GROßES MARTERTUM STRAHLST ÜBER DEN GESTIRNEN! DAß SOBALD AUF MEINEN SCHALL EINE ANDÄCHTGE MENGE ZUM HEILIGEN HAUSE EILE - 1510 -
weitere Informationen: Sterbestundenschlagglocke
Glocke 3
Ton: dis'
Durchmesser: 1,26 m
Höhe: 1,0 m
Gewicht: ca. 1120 kg
Gießer und Gussjahr: Dornmann, 1714
Inschrift: Diese Glocke besitzt mehrere Inschriften, diese sind hier jedoch nicht aufgelistet.
Weitere Informationen: Viertelstundenglocke
Glocke 4
Ton: fis'
Durchmesser: 1,05 m
Höhe: 0.84 m
Gewicht: ca. 650 kg
Gießer und Gussjahr: Dornmann, 1721
Inschrift: Diese Glocke hat mehrere Inschriften: diese sind hier jedoch nicht aufgelistet.
Außenvideo mit dem Geläut der Andreaskirche:
Der romanische Dombau des 12. Jahrhunderts fiel gegen Ende des 13. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer. Von ihm sind nur die unteren Geschosse des massiven Turms erhalten. Die erste Bauphase des gotischen Doms dauerte von 1290 bis 1323. In dieser Zeit entstanden der Hallen-Umgangschor, das Querhaus und das erste Langhausjoch. Von 1473 bis 1490 wurden die übrigen drei Langhausjoche angefügt. Bei einer Renovierung 1829 unter der Leitung des Baumeisters Leo Bergmann wurden Veränderungen der Renaissance und des Barock beseitigt und der Dom im romantischen Geist regotisiert. Für den Chor wurde ein neugotischer Hochaltar geschaffen. Das Langhaus (Firsthöhe 38 m) ist eine dreischiffige Halle mit vier Jochen. Der Chor ist mit einem gleich hohen Umgang versehen. Das Querschiff ist kurz, die Vierung quadratisch. Chor- und Langhauswände sind durch große Maßwerkfenster und Strebepfeiler gegliedert. Die Querschiff-Fassaden zieren reiche Backsteingiebel. Das Innere charakterisieren Rundpfeiler mit kräftigen Gurtbögen und dünnen Diensten.
Neben zwei kleinen Orgelpositiven hat der Dom zu Verden drei Orgeln: Die „romantische Orgel“ auf der Westempore, die große Orgel auf der Nordempore, sowie die Chororgel. Die so genannte „romantische Orgel“ auf der Westempore wurde 1916 von der Orgelbaufirma Philipp Furtwängler & Hammer (Hannover) errichtet. Das Instrument hat pneumatische Taschenladen und 51 klingende Register (3496 Pfeifen). Die große Orgel auf der Nordempore wurde 1968 von der Orgelbaufirma Hillebrand, Altwarmbüchen (Hannover) erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 43 Register (2996 Pfeifen) auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Die Chororgel wurde 1972 durch die Firma Hoffmann Orgelbau erbaut und besitzt 11 Register auf zwei Manualen und Pedal. Das Orgelspiel im Dom sorgte in den Jahren 2009–2011 für einen Rechtsstreit über die (Un-)Zumutbarkeit von Geräuschimmissionen im Umfeld des Doms. Eine unmittelbare langjährige Anwohnerin hatte auf Unterlassung geklagt. Das Oberlandesgericht Celle hat das klageabweisende erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Verden bestätigt. Die festgestellte Lärmimmission wurde als „unwesentliche“ Lärmbeeinträchtigung eingestuft, die „nach dem Empfinden eines Durchschnittsmenschen“ und „auch unter Würdigung anderer öffentlicher und privater Belange billigerweise (...) zumutbar“ sei. Die Entscheidung ist rechtskräftig.
Quellen: Domgemeinde, Wikipedia,
Bilderquellen: Prianteltix,